Wohnen Würzburg Hubland

Wettbewerbsgewinn

Die Aufgabe
Die BayernHeim GmbH beabsichtigt auf 2 zusammenhängenden Grundstücken mit einer Gesamtfläche von ca. 5 430 m2 im Quartier V des neuen Stadtteils Hubland bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln.

Unser Beitrag
den wir in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Grosser-Seeger & Partner entwickelten wurde in der Preisgerichtssitzung am 07.12.2021 einstimmig mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die Beurteilung des Preisgerichts lautet:
Der Entwurf bietet mit drei jeweils viergeschossigen Baukörpern und dazwischenliegend in unterschiedlichen Ausrichtungen und Größen befindlichen Freiräumen eine klar ablesbare städtebauliche Ordnung des Grundstücks. Er schafft eine prägnante, städtebauliche Adressbildung, die sowohl den Quartierseingang von Süden weithin sichtbar strukturiert als auch nach Norden hin zu der benachbarten, kleinteiligeren Bebauung von Wohnhäusern einen gelungenen Übergang auszubilden vermag. Die klare Zonierung der Freiräume ermöglicht neben einer gelungenen Erschließung der einzelnen Baukörper ein hohes Maß an Aufenthaltsqualität mit differenzierten Qualitäten.
Der Übergang vom öffentlichen Raum in die halböffentlichen Freiräume zwischen den Gebäudekörpern gelingt durch die Schaffung von eingeschossigen Funktionsbaukörpern, in der die Aufbewahrung von Fahrrädern und Müll organisiert wird sowie die Tiefgarageneinfahrt direkt vom Straßenraum eingeplant ist. Bei dieser gelungenen Adressbildung sollte darauf geachtet werden, dass die Erdgeschosszone sich trotz der nachvollziehbaren Absicht zur Schaffung von Privatheit für die EG-Wohnungen nicht zu sehr vom öffentlichen Raum her abschottet.
Die beiden L-förmig konzeptionierten, im Osten und im Westen befindlichen Gebäude werden von Norden her mittels einer Laubengangerschließung über außenliegende Treppenhäuser sehr effizient erschlossen. Über die überdachten, aber nicht geschlossenen Laubengänge werden pro Geschoss alle Wohnungen erschlossen, die die Wohneinheiten jeweils mit den Funktionsräumen zum Laubengang hin und mit den Aufenthaltsräumen nach außen hin orientiert gut andienen.
Der mittlere Baukörper besteht aus zwei Riegeln, die mittels eines ringförmigen Erschließungssystems, ähnlich eines Laubengangs, miteinander verbunden werden. Durch die gemeinsame Verbindung kann die barrierefreie Erschließung über einen gemeinsamen Aufzug gut erfolgen. Gleichsam bietet die Ringerschließung die Möglichkeit zur Schaffung einer Kommunikationszone für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Wünschenswert ist eine Verzahnung der Wegeverbindung in Ost-West-Richtung. Dies ist auch im Zusammenhang mit der verbesserten Lage des Gemeinschaftsraums zu überlegen.
Die Gebäude in Holzbauweise sind mit einer einheitlichen, jedoch in den Baukörpern unterschiedlich farblich akzentuiert gestalteten, Lärchholzverschalung versehen und über eine auf Geschossdeckenebene befindliche Bänderung horizontal strukturiert. Somit zeigt sich konsequent die gewählte Konstruktionsweise in ihrer Materialität nach Außen. Bodentiefe Fenster und zurückspringende Loggien geben den Baukörpern eine wohltuende und qualitätvolle Gestaltung und ermöglichen eine gute Belichtung der Wohnungen. Die Grundrisse sind als durchgesteckte Wohnungen organisiert und ermöglichen in der Raumanordnung eine sinnvolle und attraktive Strukturierung.
Der umgebene Landschaftsraum wird aufgegriffen: Einzelne Bäume und Baumgruppen durchziehen das Quartier und stellen die Verbindung zur Landschaft her. Dabei ermöglicht die geschickte Positionierung der Tiefgarage die Pflanzung großer Bäume. Es entsteht eine Hofbildung mit viel Aufenthaltsqualität, die durch die Einhausungen entlang der Straße zusätzliche Abschirmung vom Straßenraum erfährt. Durch die Laubengänge ergeben sich geschützte Höfe mit viel Freiraumqualität. Eine weitere Ausformung des Freiraums und der Wegeanbindung ist erforderlich, ebenso eine Verzahnung der einzelnen Freiräume.
Die Verfasser planen den Entwurf ab der Decke der Tiefgarage in hochfeuerhemmender Holzkonstruktion. Lediglich das Untergeschoss muss in Stahlbetonbauweise errichtet werden. Dieses Konzept lässt neben einer klaren Grundrissstruktur und einer nachvollziehbaren Rasterausbildung einerseits eine wirtschaftliche Erstellung zu garantiert andererseits eine nachhaltige und zeitgemäße Verwendung der Baustoffe.
Aus Sicht des vorbeugenden und baulichen Brandschutzes bestehen keine Bedenken im Bezug auf die Realisierbarkeit des Entwurfs. Die Rettungswegorganisation über die Laubengänge gelingt sehr gut und bietet weitere Erleichterungen auf etwaige bauordnungsrechtliche Erleichterungen.
Die Verwendung des Baustoffes Holz für den gesamten Hochbau ist im Sinne der Verwendung nachhaltiger Baustoffe zu begrüßen und ermöglicht eine energieeffiziente Erstellung. Die Fassadenausbildung erfordert im Bauunterhalt einen erhöhten Aufwand, insofern eine natürliche Vergrauung der Fassade seitens der Ausloberin nicht gewünscht sein sollte.

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